In welcher Kirche lebt der Papst?
Ein geschmackloser Witz: Die neuen Kardinäle sollen die Klarheit der Lehrmeister, die Stärke der Hirten und die Treue und den Mut der Märtyrer besitzen. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Nötigenfalls bis zum Vergießen des eigenen Blutes sollen die neuen Kardinäle ihren Dienst der Liebe ausführen.
Das beschwor Benedikt XVI. am Samstag bei der Kreierung neuer Purpurträger.
Er verlangte von den Gekürten, „der Kirche mit Liebe und Kraft zu dienen, mit der Klarheit und der Weisheit der Lehrmeister, mit der Energie und der Stärke der Hirten, mit der Treue und dem Mut der Märtyrer.“
Hartgesottene Opportunisten
Doch seit Jahrzehnten werden in der real existierenden Konzilskirche – mit seltensten Ausnahmen – nur noch hartgesottene und gewissenslose Opportunisten zu Bischöfen und Kardinälen ernannt.
Sie würden eher ihre eigene Mutter vierteilen, als ihre kirchliche Kriecher-Karriere zu gefährden.
Eher zeigt eine Qualle Klarheit, Stärke und Treue als sie.
Gähnend leer
Diese egomanischen Karrieristen haben es fertiggebracht, das Evangelium des von den Mächtigen Gekreuzigten über Jahrzehnte zu verkündigen, ohne irgendwo anzuecken.
Sie sind imstande, das brausende Wort Gottes auf Knopfdruck in eine riesige Wortblase zu verwandeln, die niemandem weh und keinem wohl tut.
Nach dreißig oder vierzig Jahren im klerikalen Karriere-Dienst sind sie unbeschriebene, gähnend leere Blätter, sodaß es keinen Grund gab, sie nicht zu Kardinälen zu machen – freilich auch keinen dafür.
Mit der Verbissenheit von Höllenhunden
Die kirchlichen Karrieristen tun nichts für die Kirche. Für sich selber gehen sie dagegen über Leichen.
Die Kirche lassen sie zur Hölle fahren. Aber ihren Ruf – der für ihre Karriere so wichtig ist – verteidigen sie mit der Verbissenheit von Höllenhunden.
Gleichzeitig präsidieren sie den kirchlichen Verfall mit einer Kaltblütigkeit, die jedem Serienkiller Respekt einflößt.
Sie haben für alle Verständnis
Die kirchlichen Nihilisten, die heute in Scharen ins Bischofsamt gehievt werden, können es mit allen – Ehebrechern, Homos, Genossen, Kinderabtreibern, Kriegstreibern, Politikern und anderem menschlichen Abschaum, der nichts anderes will, als den Rest der Welt zu verderben.
Sie gehen jeden Kompromiß ein, um die Freundschaft der Mächtigen und Medienbosse nicht zu verlieren – oder sich diesen zu unterwerfen.
Für alle haben sie Verständnis. Jedem gewissenlosen Schurken predigen sie die Barmherzigkeit ihres schwindsüchtigen Gottes.
Für jeden haben sie eine effeminierte diplomatische Floskel, die zweideutiger und nichtssagender ist als die Orakel der Pythia in Delphi.
Echte Kardinäle bekommen keinen Purpur
Nur eine Gruppe von Menschen treibt sie zur Weißglut.
Das sind jene, die ohne Rücksicht auf ihre Karriere jene Tugenden leben, die der Papst seinen Karriere-Kardinälen ans Herz legte.
Diese Zeugen sind für die klerikalen Kleiderständer eine beständige, unerträgliche Anklage.
Die Karrieristen sorgen dafür, daß jener, der die Kardinals-Tugenden lebt, nicht einmal Kooperator wird – und möglichst weit weg.
In Purpur wird ihn kein Papst – der selber aus der Schar der Opportunisten gewählt wurde – kleiden.
Koste es, was es wolle
Noch etwas hassen die Karriere-Kardinäle aus dem finsteren Abgrund ihres Herzens: die Wahrheit.
Denn wer auf der Wahrheit des Evangeliums beharrt, ist in der dekadenten Lügner-Gesellschaft nicht konsensfähig.
Die Wahrheit ist ein beständiges Hindernis für die Ränke- und Wortspiele der Karrieristen und deren Beschwörung eines Dialoges, dessen Ziel es ist, Lug und Trug die Ehre zu geben.
An die Stelle der unverrückbaren Wahrheit stellen sie einen willkommenen Relativismus.
Er erlaubt es dem Lügner, seine Lügen als Wahrheit anzupreisen. Er gibt dem Wortbrüchigen die Möglichkeit, seine Untreue zu adeln.
Es lebe der Relativismus!
Denn absolut, unverrückbar und ewig ist für diese Usurpatoren nur ihre unstillbare Gier nach Ehre, Ansehen und Vorteilen.
